Kriege gehören ins Museum

Bericht: Hr. Filko [Oktober 2020]

 

Mit dem Slogan „Kriege gehören ins Museum“ wirbt das Heeresgeschichtliche Museum für eine friedliche Gegenwart durch Beschäftigung mit der kriegerischen Vergangenheit. Diesem hehren Bildungsziel folgend, begaben sich die wissbegierigen Schülerinnen und Schüler der 4C unter Begleitung von Frau Krakowska und Herrn Filko im Oktober auf den Weg ins Wiener Arsenal, um das von Theophil von Hansen erbaute Heeresgeschichtliche Museum zu besuchen.


Bereits am Gelände des Museums angekommen, besichtigten wir die ersten Exponate. Im Haus selbst wurden wir herzlich von unseren kompetenten Guides empfangen, die uns durch den kurzweiligen Vormittag führten. Nach einer einführenden Auseinandersetzung mit der Geschichte des Museums -, welches im Zuge der Revolutionen 1848 als Schutz vor dem demonstrierenden Volk erbaut wurde, - erhielten die Jugendlichen mit Masken geschützt in zwei Gruppen knapp einstündige Führungen, in denen das im Rahmen des Geschichteunterrichts erworbene Wissen der Schülerinnen und Schüler zum Ersten Weltkrieg wiederholt und vertieft wurde. Wir betrachteten das Fahrzeug, in dem Thronfolger Franz Ferdinand 1914 in Sarajevo erschossen wurde, was in weiterer Folge zum Beginn des Ersten Weltkriegs führte. Neben solch historischen Quellen fanden sich auch zahlreiche Nachbildungen im Museum. In einem begehbaren Schützengraben erfuhren wir detaillierte Informationen zum Leben der Soldaten im Krieg.


Nach einer kurzen Pause, die viele der Jugendlichen zur Stärkung im hauseigenen Buffet nutzten, wurden die beiden Gruppen wieder zusammengeführt, um anschließend in Kleingruppen in Form von Mini-Workshops an diversen Themen zu arbeiten. So wurden beispielsweise Feldpostbriefe aus der Sicht von Soldaten verfasst oder der Konflikt zwischen Franz Ferdinand und seinem Vater szenisch dargestellt. An die Gruppenarbeiten anschließend präsentierten die Jugendlichen ihre Ergebnisse, wobei sie ihr schauspielerisches Talent bewiesen.


Wir behalten diesen lehrreichen Vormittag in besonderer Erinnerung - nicht zuletzt, weil es im heurigen von Corona und Terror überschatteten Schuljahr der erste (und hoffentlich nicht letzte) Lehrausgang war. Besonders auf die tragischen Ereignisse des 2. November 2020 müssen wir mit multikulturellem Zusammenhalt, anstatt mit nationalistischen Parolen reagieren. Letztere führ(t)en - wie wir im Museum am Beispiel des Ersten Weltkriegs illustriert bekamen - letzten Endes meist zu Kriegen, welche im 21. Jahrhundert wirklich nur mehr ins Museum gehören!